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15.01.2019Herren 1

Nuglar steht im Cupfinal in Bern! Drei dramatische Akte mit Penalty Krimi.

Samstag, 12. Januar 2019. Sissach. 13:12 (0:2, 5:5, 6:4, 0:0, n.P.) Heimsieg.

 

Die Vorgeschichte
Am vergangenen Samstag stand das Duell der Schwarzbuben mit dem DT Bäretswil um den Einzug ins grosse Finale nach Bern vor der Tür. Für die Solothurner war dies die vierte Halbfinalqualifikation in Folge und man wollte den im letzten Jahr knapp verpassten Finaleinzug (Anm. d. R.: 7:8 nach 60 Minuten gegen Cazis) wieder bewerkstelligen. Mit Bäretswil hatte man von den verbleibenden Teams im Wettbewerb die vermeintlich einfachere Aufgabe erwischt. Dass das aber kein Selbstläufer wird, war wohl allen bekannt. Schliesslich war es genau dieses Bäretswil, welches im letztjährigen Playoffviertelfinal den UHC Kappelen alles abverlangte. Das auch in dieser Saison mit ihnen zu rechnen ist, zeigten sie mit der Cuphalbfinalqualifikation. Gegen ein stark besetztes Wiler Ersigen liessen sie im Viertelfinal nie Zweifel aufkommen und fegten die hochdotierten und erfahrenen Herren regelrecht vom Feld – im Zentrum des Geschehens stand Jason Abbühl, der mit einer unglaublichen Anzahl an Scorerpunkten auf sich aufmerksam machte. Auch in diesem Halbfinale machte er seinem Ruf alle Ehre – so viel sei schon mal verraten. Die Tannenbrunnhalle in Sissach war perfekt hergerichtet für ein grosses Spektakel, das Bier kaltgestellt und die Werbetrommel angeworfen. Es war also alles bereit, um den Zuschauern ein würdiges Halbfinale abzuliefern.

 

Die Zusammenfassung
Am Ende durften sich die Zuschauer über ein Spiel der vollen Distanz erfreuen, das wohl dem Einen oder Anderen noch länger in Erinnerung bleiben wird. Die Schwarzbuben durften sich für einmal in einer ungewohnten Rolle sehen: «Wie gewinnt man ein Spiel, ohne jemals zu führen?»
Drei Drittel über die volle Distanz reichten nicht aus, um den Sieger zu küren. Nuglar konnte in diesen 60 Minuten das Spieldiktat und die Führung nie an sich reissen und konnte sich ab Spielhälfte nur mit einem spielerischen und mentalen Kraftakt noch in die Verlängerung retten. Dort wurden die Nerven der Spieler und Zuschauer aufs stärkste beansprucht – der Sieger konnte aber auch so noch nicht verkündet werden. So musste das Penaltyschiessen über den Ausgang der Partie richten – nicht gerade die grosse Stärke der Solothurner. Nach je 5 Schützen stand es 1:1 und der paarweise Vergleich sollte den Sieger küren. Mangold und Gyhr behielt die Nerven und konnten liessen ihre Farben jubeln. Man hatte das Unglaubliche wieder erreichten. Zum Vierten Mal in Folge im Halbfinale und binnen vier Jahren das dritte Mal in Bern. #borntofight!

 

Drittel 1 – Offensi.. was?
Das Spiel startete in keinster Weise passiv. Beide Teams spielten mit, liessen den Ball laufen und duellierten sich von Anfang an. Bereits früh bekamen die Solothurner das hohe Lauftempo der Bäretswiler zu spüren. So kam es, dass das erste Drittel geprägt war von diversen Abschlüssen auf beiden Seiten, beste Möglichkeiten also um die beiden Torhüter sowie die Torumrandungen fleissig zu prüfen. Die Schwarzbuben waren einige Mal zu spät am Gegner dran und mussten somit einen 0:2 Rückstand mit in die Pause nehmen. Ein Pfostenknaller und diverse sehenswerte Abschlüssen nach Kreuzen brachten für die Schwarzbuben aber nichts Zählbares zustande. Nach der Pause musste also dringend ein effizienteres Auftreten aus den eigenen Reihen kommen – die strauchelnde Offensive der Schwarzbuben schien auch in diesem Startdrittel eher an der Form der vergangenen Meisterschaftsrunde anzuknüpfen als an der sonst bekannten Power aus Cuppartien.

 

Drittel 2 – Den Schalter umgelegt.
Den Drang nach vorne behalten dafür aber in Zählbares ummünzen. Das war die Devise für das zweite Drittel. Was gut begann – Tanner konnte nach einem tollen Zuspiel in bekannter Manier einnetzen – fand aber ebenso jäh wieder ein Ende. Bäretswil war nun mächtig am Drücker und konnte bis zur 30. Spielminute auf sage und schreibe 2:5 davonziehen. Zu weit stand man vom Gegner weg, zu stark liess man Jason Abbühl aufspielen und seine gefürchteten Dreh- und Buebetricklitore erzielen. Wie weiter? Es konnte nur über den Kampf gehen. Man musste die Spielweise der Bäretswiler unterbinden und die eigenen Stärken endlich forcieren. Plötzlich vielen die Tore wie reife Äpfel von den Bäumen. Mangold, Voegtli, Mangold – drei Tore in knapp 60 Sekunden glichen den Spielstand wieder aus und liessen das ganze bei Null starten. Leider mussten die Schwarzbuben noch zwei Treffer hinnehmen, somit musste man mit dem selben Rückstand wie nach dem ersten Drittel in den vermeintlich letzten Abschnitt starten.

 

Drittel 3 – Tief in die Trickkiste gegriffen.
Im letzten Abschnitt wollte man die eigene Klasse endlich aufblitzen lassen. Man konnte stets einen Treffer des zwei Tore Rückstands wett machen – musste kurze Zeit später aber auch gleich wieder einen solchen hinnehmen. So rannte man auch 10 Minuten vor Schluss zwei Toren nach und sah sich gezwungen die Taktik umzustellen. 8 Minuten vor Schluss war dann alles vorbereitet um das Aufbäumen der wilden Schwarzbuben gegen die Bäretswiler noch möglich zu machen. Mit 4:3 Spielern sollten die fehlenden Tore erzielt werden. Dies gelang zu Beginn gut, wenn da nicht dieser Abbühl gewesen wäre, der erneut den zwei Tore Vorsprung für die Bäretswiler herstellen konnte – notabene bei etwas mehr als 3 Minuten vor Schluss. Das Coachingteam sah sich zum Handeln gezwungen und griff tief in die Trickkiste. Mangold konnte mit einem seiner gefürchteten Zorromoves den Anschlusstreffer erzielen. Kurze Zeit später konnte Vögtli dann zum Ausgleich einnetzen. Die Matchuhr zeigte noch 2 zu spielende Minuten an – in denen der Entscheidungstreffer aber nicht fallen wollte.

 

Verlängerung – äusserst spannend aber nicht effektiv.
Es war also soweit – die Goldengoal Verlängerung sollte über die Partie richten. Und die hatte es mächtig in sich! Nuglar zog bereits zum Start den Torhüter und versuchte das Glück mit vier Feldspielern auf ihre Seite zu zwingen. Die Spannung lag zum Greifen in der Luft! Hier ein Auszug davon: Lattenknaller von Vögtli / Verfehltes leeres Tor von Meier / Zwei annullierte Treffer ins verlassene Nuglar Tor / Zwei perfekte Schüsse von Bäretswil geblockt durch Kospo und Vögtli. Zu allem Übel hin zeigte die Matchuhr nicht einmal die Zeit an - die Zuschauer konnten sich kaum mehr auf den Rängen halten und die beiden Fanlager beteten wohl bereits für ein jeweils gutes Ende…

 

Penaltyschiessen – Wenn 5 Schützen nicht reichen.

…doch auch die Verlängerung reichte nicht aus. So musste zum Penaltyschiessen gebeten werden. Je fünf Schützen duellierten sich nacheinander. Nach den insgesamt zehn Schützen stand es doch tatsächlich nur 1:1 (die bekannte Schwäche von Nuglars Penaltyschützen wurde bereits weiter oben thematisiert…). Im paarweisen Vergleich fasste sich dann Mangold ein Herz und zeigte einen seiner schönsten Zorromoves – mit Erfolg! Bäretswil lief an, Gyhr parierte… und alle Dämme brachen!

 

Nuglar hatte es tatsächlich geschafft. Viele hätten ihr teuer investiertes Wettgeld ab Spielmitte wohl verloren. Wer hätte hier noch auf die Schwarzbuben gesetzt. Doch mit einem mentalen Kraftakt hievte man sich in die Verlängerung, behielt die Nerven und zwang das Glück letztendlich auf die eigene Seite. Den Schwarzbuben bleibt an dieser Stelle nichts anderes übrig, als Bäretswil zu einer äusserst grandiosen Leistung zu gratulieren. Der Halbfinalist war und mindestens ebenbürtig und bot den etwas mehr als 300 Zuschauern beste Werbung fürs Kleinfeldunihockey. Wir sind überzeugt, mit euch wird man auch in Zukunft rechnen können! Alles Gute für den Rest der Saison – und hoffentlich sieht man sich nochmals!

Nun geht es also am 23. Februar in Bern weiter mit dem grossen Finale. Da wartet niemand geringeres als Blau Gelb Cazis – der neuerkorene Ligakrösus, das Team das es zu Schlagen gilt seit nun knapp 2 Jahren. Nuglar wird alles daran setzen – auch wenn eine Bärenaufgabe wartet. Vielleicht  ist das Omen die Bären im Halbfinale zu schlagen ja ein Zeichen für das grosse Spiel in Bern. Vielen Dank an alle Fans die anwesend waren und uns auf unserer Reise nach Bern begleiten. Seid nun auch dabei, wenn es zum grossen Showdown kommt und es wieder heisst #borntofight!

 

Anbei noch der wunderschöne Zorrotreffer von Mangold:

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